Auf welcher Seite sollte man schlafen – Die beste Schlafposition

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Wir verbringen etwa ein Drittel unseres Lebens im Schlaf. Wie wir dabei liegen, ist kein Nebenschauplatz: Die Schlafposition beeinflusst, ob Muskeln wirklich loslassen können, ob die Wirbelsäule entlastet wird und ob bestehende Beschwerden sich über Nacht verstärken oder nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Seitenlage ist die verbreitetste Schlafposition und für viele Menschen gut verträglich.
  • Die linke Seitenlage kann bei Sodbrennen und gastroösophagealem Reflux hilfreich sein.
  • Rückenlage entlastet die Wirbelsäule, kann aber Schnarchen und Schlafapnoe begünstigen.
  • Bauchlage bringt die Halswirbelsäule über Stunden in eine Drehbewegung und wird orthopädisch nicht empfohlen.
  • Massgeblich ist nicht allein die Position, sondern das Zusammenspiel aus Schlafhaltung, Matratze und Kissen.

Auf welcher Seite schlafen? Schlafpositionen erklärt

Über die Hälfte aller Menschen schläft auf der Seite. Die Seitenlage gilt in der Forschung als eine der am besten verträglichen Schlafpositionen, weil sie die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung lässt und die Atemwege offen hält. Welche Seite dabei besser passt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Die drei Grundpositionen sind Seitenlage, Rückenlage und Bauchlage. Jede hat ihre Berechtigung, und jede hat ihre Grenzen.

Seitenlage: die häufigste Schlafposition

Die Mehrzahl der Menschen schläft bevorzugt auf der Seite. In Studien mit Bewegungssensoren verbrachten Teilnehmende durchschnittlich rund 54 Prozent der Nacht in Seitenlage. Die Forschung zeigt, dass diese Position die Wirbelsäule in einer neutralen Ausrichtung belässt, die Atemwege offen hält und Schnarchen sowie Atemaussetzer bei Schlafapnoe reduziert.

Damit die Seitenlage tatsächlich entlastet, muss die Matratze im Schulter- und Hüftbereich nachgeben. Geschieht das nicht, entsteht seitlicher Druck, der sich über die Nacht summiert. Dazu gleich mehr.

Links oder rechts: Was sagt die Forschung?

Hier lohnt ein differenzierter Blick.

Linke Seite

Für die Linkslage gibt es eine vergleichsweise gute Studienlage, allerdings vor allem im Zusammenhang mit gastroösophagealem Reflux. 

Eine Studie im American Journal of Gastroenterology (2022) zeigte, dass die Linkslage die Refluxbelastung der Speiseröhre reduziert. Der anatomische Hintergrund: In der Linkslage liegt die Speiseröhre höher als der Mageneingang, was das Zurückfliessen von Magensäure durch die Schwerkraft erschwert. Menschen mit Sodbrennen oder Reflux können von dieser Position profitieren.

Für gesunde Menschen ohne diese Beschwerden gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens, der die linke Seite generell bevorzugt.

Rechte Seite

Mancherorts liest man, die rechte Seitenlage entlaste das Herz. Diese Aussage ist nicht gut belegt. Die Evidenz dazu ist dünn und bezieht sich überwiegend auf subjektives Wohlbefinden bei Menschen mit bestehender Herzinsuffizienz, nicht auf gesunde Personen. Als allgemeine Empfehlung taugt sie nicht. Menschen mit einer Herzerkrankung sollten diese Frage mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Fazit: Wer unter Sodbrennen leidet, kann die linke Seite ausprobieren. Wer keine spezifischen Beschwerden hat, muss sich über die Seite keine Gedanken machen. Die Schlafqualität insgesamt hängt von mehr ab als von dieser Entscheidung.

Rückenlage: nicht bei Schlafapnoe geeignet

In der Rückenlage verteilt sich das Körpergewicht gleichmässig, die Wirbelsäule liegt neutral, kein einzelner Bereich wird dauerhaft belastet. Orthopädisch gilt sie als gut verträglich, wenn Matratze und Kissen stimmen. Ein Kissen unter den Knien kann helfen, das Hohlkreuz zu reduzieren.

Der Vorbehalt: Aus schlafmedizinischer Sicht ist die Rückenlage bei Schlafapnoe besonders ungünstig. Apnoe fällt bei den meisten Betroffenen in Rückenlage deutlich stärker aus als in Seitenlage. Manche Menschen haben eine sogenannte positionsabhängige obstruktive Schlafapnoe, bei der Atemaussetzer fast ausschliesslich in Rückenlage auftreten. 

Wer schnarcht oder unter Schlafapnoe leidet, sollte die Rückenlage also möglichst meiden.

Bauchlage: selten und orthopädisch ungünstig

Nur rund sieben Prozent der Deutschen schlafen auf dem Bauch. In dieser Position muss der Kopf seitlich gedreht werden, die Halswirbelsäule bleibt über Stunden in einer Rotationsbewegung. 

Orthopädinnen und Orthopäden empfehlen die Bauchlage nicht, weil sie die Hals- und Lendenwirbelsäule belastet und Muskelverspannungen begünstigen kann.

Wer die Bauchlage nicht aufgeben möchte, kann ein sehr flaches Kissen oder gar keines verwenden. Ein Kissen unter dem Becken reduziert den Druck auf die Lendenwirbelsäule etwas.

Was ausserdem für eine gute Schlafhygiene wichtig ist

Was ausserdem für eine gute Schlafhygiene wichtig ist

Die Schlafposition ist ein Teil des Bildes, aber nur ein Teil.

Regelmässige Schlafzeiten

Der Körper reguliert seinen Schlaf über einen inneren Rhythmus. Wer regelmässig zur ähnlichen Zeit ins Bett geht und aufsteht, unterstützt diesen Rhythmus. Schon geringe Abweichungen am Wochenende können dazu beitragen, dass das Einschlafen unter der Woche schwerer fällt.

Eine angenehme Schlafumgebung

Temperatur, Licht und Geräusche beeinflussen die Schlafqualität. Eine kühlere Raumtemperatur, Dunkelheit und Stille gelten als förderlich. Was genau angenehm ist, variiert von Person zu Person.

Abendliche Bildschirmnutzung

Das kurzwellige Licht von Smartphones und Bildschirmen kann die Melatoninausschüttung beeinflussen, das körpereigene Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus mitreguliert. Wer abends spät noch viel am Bildschirm ist, bemerkt manchmal, dass das Einschlafen schwerer fällt.

Abendrituale

Was unmittelbar vor dem Schlafengehen passiert, bereitet Körper und Nervensystem auf die Nacht vor. Ruhige Routinen, ob ein kurzer Spaziergang, Lesen oder ein warmes Bad, können helfen, den Tag bewusst abzuschliessen.

Richtig liegen für einen optimalen Schlaf

Die Schlafposition allein entscheidet gar nicht mal so viel. Was den Unterschied macht, ist das Zusammenspiel aus Position, Matratze und Kissen.

Für Seitenschläfer muss die Matratze in Schulter- und Hüftbereich nachgeben, damit die Wirbelsäule trotz der Seitenlage gerade bleibt. Das Kissen sollte das Schulter-Hals-Dreieck ausfüllen und den Kopf in einer natürlichen Linie halten, weder zu hoch noch zu flach. Speziell entwickelte Seitenschläferkissen berücksichtigen genau diese Anforderung.

Für Rückenschläfer ist eine Matratze hilfreich, die den unteren Rücken sanft stützt, ohne zu hart zu sein. Das Kissen sollte nicht zu viel Höhe haben, damit der Kopf nicht nach vorne kippt.

Für Bauchschläfer gilt: Je flacher die Unterlage unter dem Kopf, desto weniger wird der Nacken in die Drehbewegung gezwungen.

Ein häufig übersehener Aspekt ist das Einsinkverhalten der Schulter. Auf einer weicheren Matratze sinkt die Schulter stärker ein. Das verändert den Winkel des Kopfes und damit die ideale Kissenhöhe. Und was für eine Person passt, muss für eine andere nicht zwingend stimmen, auch bei ähnlichem Körperbau.

Die richtige Schlafposition ist individuell

Auf welcher Seite sollte man also schlafen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. 

Die Seitenlage ist für viele Menschen gut verträglich und in der Forschung vergleichsweise gut untersucht. Die linke Seite kann bei Sodbrennen und Reflux helfen. Die Rückenlage ist orthopädisch in Ordnung, wenn das Schlafsystem passt. Die Bauchlage belastet die Halswirbelsäule und wird orthopädisch nicht empfohlen.

Was über alle Positionen hinaus zählt: Wer morgens ausgeruht aufwacht, ohne Verspannungen oder Druckgefühle, liegt in der Regel gut. Wer das nicht tut, sollte nicht nur die Schlafposition in den Blick nehmen, sondern das gesamte Schlafsystem aus Matratze, Kissen und Liegeverhalten. Diesen Ansatz nutzen wir in unserer Medical Sleep zertifizierten Schlafberatung.

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FAQs

Auf welcher Seite schlafen ist am gesündesten?

Die Seitenlage gilt als gut verträgliche Position, weil sie die Wirbelsäule in einer natürlichen Ausrichtung belässt. Für Menschen mit Sodbrennen oder Reflux gibt es Hinweise, dass die linke Seite günstiger ist. Ansonsten spielt die Seite für gesunde Menschen eine untergeordnete Rolle.

Ist es besser, auf der linken oder rechten Seite zu schlafen?

Bei gastroösophagealem Reflux zeigt die Forschung Vorteile für die linke Seite. Für Menschen ohne solche Beschwerden gibt es keinen wissenschaftlich gesicherten Unterschied.

Richtig auf der Seite schlafen: Worauf kommt es an?

Schulter und Hüfte sollten leicht in die Matratze einsinken können, damit die Wirbelsäule gerade bleibt. Das Kissen sollte das Schulter-Hals-Dreieck ausfüllen. Ein Kissen zwischen den Knien kann zusätzlich das Becken stabilisieren.

Kann die Schlafposition Rückenschmerzen beeinflussen?

Ja. Eine ungünstige Position oder ein falsch abgestimmtes Schlafsystem kann bestehende Beschwerden verstärken. Bei anhaltenden Beschwerden lohnt sich eine persönliche Schlafberatung, ergänzt durch ärztliche oder physiotherapeutische Einschätzung.

Wie finde ich die richtige Schlafposition für mich?

Ein guter Ausgangspunkt ist die Frage, wie Sie morgens aufwachen. Gibt es Verspannungen, Druckstellen oder das Gefühl, nicht erholt zu sein? Das sind Hinweise, dass etwas nicht stimmt. Eine persönliche Beratung berücksichtigt Körperbau, Matratze und Schlafgewohnheiten als Ganzes.

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